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Vereinshistorie

BeitragVerfasst: 7. Mär 2012, 16:35
von Daniel
Aus Spaß wurde Ernst und der Ernst lehrt jetzt das Fürchten – eine Erfolgsstory

Rückblickend betrachtet ist es wohl der beste Name, den sich eine Mannschaft für ein Fußballturnier am Canisius Kolleg SJ je gegeben hat. Und der erfolgreichste. Diffusionsvereinigung Priebe 04, das klingt so melodisch wie Edward Griegs „Morgenstimmung“. Diffusionsvereinigung Priebe 04, das spricht sich so rhythmisch aus wie Ovids „Metamorphosen“ im Hexameter rezitiert. Diffusionsvereinigung Priebe 04, das ist die hohe Kunst der textimmanenten Diskrepanz wie in Joseph Roths „Radetzkymarsch“.

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Teamfoto 2005
Das Team vom CK Turnier 2005:
Matthias Schick, Laurenz Trenkler, Stephan Markmiller, Walther Seiffert, Franz Seiffert, Mirko Lauff, Richard Seiffert.


In den Kinderschuhen (1996 bis 2003)

Die Geschichte beginnt im Jahre 1996. Durch den meisterlichen und schicksalsträchtigen Handgriff von Pater Heinrich Köster SJ werden sieben begnadete Fußballer in die gleiche Klasse eingeteilt, die VI c (Sexta c). Ihre Namen sind nach wie vor die Basis des aktuellen Kaders: Dorian Amon, Daniel Nemitz, Mirko Lauff, Laurenz Trenkler, Stephan Markmiller, Matthias Schick und Richard Seiffert. Schon früh machten sich diese Sextaner einen Ruf als „Fußballklasse“, gestützt durch stetes Bolzen in den großen Pausen auf dem Schulhof und den qualitativ hochwertigen Konditions- und Sportunterricht von Frau Dina Nowka. Von daher war es nicht verwunderlich, dass sich diese Klasse Jahr für Jahr zum Fußballturnier der Schule einschrieb und stets als Titelfavorit gehandelt wurde. Doch in der Unter- und Mittelstufe wollte es mit einem größeren Erfolg nicht so recht klappen. Das lag allerdings weniger an der verschrobenen Namensgebung, als an der köperlichen, nicht jedoch technischen, Unterlegenheit und der Willkür der Schiedsrichter, die ein besseres Abschneiden der Mannschaft verhindern wollten. Bestes Beispiel dafür war das Turnier in der UIII (Untertertia). Unter dem Pseudonym „Die schwulen Dunkelelfen“ mit der Einzugshymne „Ghostbusters“ (als einziger Name vom Vorstand offiziell bestätigt; andere vermeintliche Teamnamen werden abgestritten und wegen übler Nachrede zur Anzeige gebracht) wurde im Elfmeterschießen um den Halbfinaleinzug kurzerhand die Zahl der zuschießenden Elfmeter auf drei reduziert. Die Untertertianer, die zu dem Zeitpunkt einen Strafstoß im hintertreffen waren, schieden somit aus.

Priebe - Ein aufsteigender Stern (2003 bis 2004)

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H.Priebe unterschreibt den Vertrag, der ihn zum Präsidenten der Vereinigung macht.

Die Mannschaft entwickelte sich über die Jahre hinweg weiter und versuchte neue Spieler auf verschiedenen Positionen einzuführen. Allen voran waren es Tudor Soroceanu, der sich jedoch leider nicht auf der Position des Torhüters durchsetzen konnte, und Niels Steinke. Dieses aufstrebende Supertalent entwickelte seine Fähigkeiten bereits ein Jahr länger als die übrigen CK’ler. Als ihm sein Berater jedoch von dieser jungen und ambitionierten Mannschaft erzählte, beschloss er sich von nun an noch mehr auf seine sportliche und weniger auf seine schulische Leistung zu konzentrieren, um im darauffolgenden Jahr von Herrn Georg Ehrmann in die OIII c (Obertertia c) zurückgestuft zu werden. Seine Mühen waren nicht umsonst: mit offenen Armen wurde er in das Team aufgenommen und für die linke Seite verpflichtet. So rückte das Fußballturnier im Jahre 2003 immer näher und man suchte nach einem neuen Teamnamen, der mehr Glück bringen sollte. Die E-Phase neigte sich dem Ende zu und in einer der zahllosen Freistunden saßen die Gründungesväter um Matthias Schick, Stephan Markmiller und Daniel Nemitz im Foyer beisammen, um über die unterschiedlichsten Vorschläge zu beraten. Hier kann nicht mehr genau rekonstruiert werden, auf wen der geniale Einfall zurückging. Sehr wahrscheinlich ist jedoch, dass gemeinsam ein Faden weitergesponnen wurde, der zu diesem einzigartigen Resultat führte. Ein Name, der kreativer nicht sein könnte. In Anlehnung an den Vereinszusatz „Spielvereinigung“ waren es vermutlich die Deutsch-Profilkurs’ler, die eine textimmanente Diskrepanz in Verbindung mit der gerade im Chemie Grundkurs behandelten Diffusion vorschlugen. Die Diffusion (v. lat.: diffundere „ausgießen, verstreuen, ausbreiten“) ist ein chemischer Prozess, der zu einer gleichmäßigen Verteilung von Teilchen und somit vollständigen Durchmischung zweier Stoffe führt. Zu Ehren des damaligen Chemielehrers, der ihnen diese Vorgänge in einzigartiger Form nahegebracht hatte, wurde Horst Priebe zum grundtragenden Pfeiler auserkoren. Schließlich fehlte nur noch die Jahreszahl und, das lag auf der Hand, war eben jenes Jahr 2003. „Diffusionsvereinigung Priebe 03“, dieser Name fand also seinen Weg auf den Anmeldezettel und führte die Neu-Priebanten direkt ins Endspiel. Doch die Schwächen im Elfmeterschießen verwehrten dem herausragenden Team abermals den großen Wurf und man musste sich mit einem dennoch beachtlichen zweiten Platz zufrieden geben.

Der Zenit (2004 – 20XX)

Wir schreiben das Jahr 2004. Der erste Achtungserfolg war geschafft, doch durfte der Makel aus dem Vorjahr nicht zum schlechten Vorzeichen für das neuerliche Turnier werden. Also beschloss man die punktuelle Veränderung in der Jahreszahl. Eine vortreffliche Entscheidung, die die Diffusionsvereinigung zu der erfolgreichen Mannschaft gemacht hat, die sie heute ist. Man gewann das Fußballturnier 2004 und 2005, 2006 belegte man den dritten Platz. Den Titel in der Oberstufe, der Königsklasse, zu verteidigen, das war bisher erst einem Team gelungen. Schnell kam der Gedanke auf, nicht nur jährlich bei lediglich einem Turnier anzutreten. So wurden die Talentscouts ausgeschickt um nach Spielern für eine Großfeldmannschaft zu suchen und sie wurden fündig. Der überwiegende Teil des aktuellen Kaders rekrutiert sich aus Schülern und Ehemaligen des CK, aber auch aus dem Bekanntenkreis wurden gute Spieler angeworben und sind heute feste Stützen des Teams.

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Das Teamfoto nach der Unterzeichnung. Natürlich mit Schutzbrille, wir blitzen noch mit Magnesium.

Titel, Erfolge und Saisonabschlüsse
  • Fußballturnier am Canisius Kolleg SJ Berlin
    • 2003: zweiter Platz
    • 2004: erster Platz
    • 2005: erster Platz
    • 2006: dritter Platz
  • Uni-Liga der Technischen Universität zu Berlin
    • 2006: vierter Platz in Liga 4 A
    • 2007: Meister der Liga 4 A, Aufstieg in Liga 3 A
    • 2008: Meister der Liga 3 A, Aufstieg in Liga 2
    • 2009: dritter Platz in Liga 2

Almanach

CK – Canisius Kolleg SJ Berlin
SJ - Societas Jesu (Gemeinschaft Christi), Kürzel des Jesuitenordens
Sexta - Klassenstufe 5 nach den lateinischen Klassennamen und Zählwörtern
Untertertia - Klassenstufe 8 nach den lateinischen Klassennamen und Zählwörtern
Obertertia - Klassenstufe 9 nach den lateinischen Klassennamen und Zählwörtern
E-Phase – Einführungsphase, Klassenstufe 11
Georg Ehrmann – Schulleiter des CK 1997-2006
Pater Heinrich Köster SJ – Schulleiter des CK 1993–1997
Dina Nowka - Sportlehrerin am CK und Europameisterin im Bankdrücken 1999